Skip to main content
Lebensmittel sind wertvoll!

Cold Case: Kühlschrank

28. September 2026 | zuletzt aktualisiert am 25. September 2026
Zu sehen ist ein Kühlschrank, der geöffnet ist. In diesem befinden sich Eier, gefüllte Vorratsdosen, Tomaten in einem Netzbeutel, ein Kochtopf und eine Schale mit Rukola.

Eigentlich stand das Joghurt gar nicht auf dem Einkaufszettel. Es war aber gerade im Angebot und landete deshalb kurzerhand im Einkaufswagen. Mit jedem weiteren Einkauf wanderte es jedoch ein Stück weiter nach hinten – bis es schließlich in Vergessenheit geriet. Als es Wochen später wieder auftaucht, ist das Mindesthaltbarkeitsdatum längst überschritten. Das Urteil scheint schnell gefällt: „Abgelaufen.“ Doch ist das wirklich das Ende der Geschichte? 

Erste Spur: Das Mindesthaltbarkeitsdatum 

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist oft der erste Verdächtige. Dabei wird es häufig missverstanden. Es gibt an, bis wann ein Lebensmittel bei richtiger Lagerung seine typischen Eigenschaften behält. Viele Produkte, darunter auch Joghurt, sind oft noch deutlich länger genießbar. Bevor Lebensmittel vorschnell entsorgt werden, gilt deshalb die einfache Regel: Schauen, riechen, schmecken. Sieht das Produkt normal aus, riecht es wie gewohnt und schmeckt unauffällig, kann es meist noch bedenkenlos verzehrt werden. Die eigentliche Ursache liegt häufig ganz woanders: Das Lebensmittel wurde schlicht vergessen. 

Miniaturpolizisten inspizieren den Tatort Tonne voll Joghurt.

Nebenschauplatz Kühlschrank

Damit Lebensmittel gar nicht erst zum Cold Case werden, lohnt sich ein Blick in den Kühlschrank. Wer ihn richtig einräumt, behält leichter den Überblick und kann die Haltbarkeit vieler Lebensmittel verlängern. Jede Ebene hat ihre eigene Kühlzone und jedes Lebensmittel seinen idealen Platz. 

  • Oberes Fach (8–10 °C): Käse, Torten und Kuchen, fertige Speisen sowie Geräuchertes gehören gut abgedeckt in den oberen Bereich. 

  • Mittleres Fach (6–7 °C): Hier hätte auch das verschwundene Joghurt seinen Platz gehabt. Daneben fühlen sich Milch, Eier und andere Milchprodukte wohl. 

  • Unteres Fach (2–5 °C): Fisch, Fleisch und Wurst bleiben hier am längsten frisch, da dies die kälteste Zone im Kühlschrank ist. 

  • Gemüsefach (6–8 °C): Obst, Gemüse und Salate bleiben hier besonders lange knackig und frisch. 

  • Kühlschranktür (bis 11 °C): Butter und Margarine kommen nach oben, Marmeladen und Saucen in die mittleren Fächer, angebrochene Getränke nach unten. 

Ein einfacher Trick hilft zusätzlich: Ältere Lebensmittel nach vorne stellen und neue dahinter einräumen. So bleibt alles im Blick und wird rechtzeitig verbraucht. 

eine Frau steht vor der offenen Kühlschranktür und isst Eis

Mehr Tipps zur richtigen Lagerung im Kühlschrank finden Sie im Artikel „Ist die Position im Kühlschrank wichtig für die Haltbarkeit von Lebensmitteln?“

Nicht alles gehört in den Kühlschrank 

Gerade bei der Lagerung lohnt sich ein genauer Blick. Denn manche Lebensmittel fühlen sich außerhalb des Kühlschranks deutlich wohler. Paradeiser, Gurken, Paprika, Mangos sowie Zitrusfrüchte verlieren in der Kälte an Aroma oder verderben sogar schneller. Auch Brot bleibt außerhalb des Kühlschranks länger frisch – im Kühlschrank trocknet es rascher aus. Die Universität für Bodenkultur hat im Rahmen des Interreg-Projektes STREFOWA (Strategies to reduce food waste) eine praktische Entscheidungshilfe für Obst und Gemüse visualisiert:

Die Abbildung zeigt diverse Obst- und Gemüsesorten und bei welcher Temperatur diese gelagert werden sollen.

Die zweite Spur führt in die Tiefkühltruhe

Manchmal zeigt sich trotz guter Planung: Bis zum Wochenende wird nicht alles aufgebraucht. Dann ist die Tiefkühltruhe oft die beste Rettung. Viele Lebensmittel lassen sich problemlos einfrieren und so deutlich länger aufbewahren. Auch hier hilft ein guter Überblick. Tiefgekühlte Lebensmittel sind zwar lange haltbar, aber nicht unbegrenzt. Geschmack, Konsistenz und Nährstoffe verändern sich mit der Zeit. Auch Gefrierbrand kann entstehen. Dieser ist zwar gesundheitlich unbedenklich, beeinträchtigt jedoch die Qualität. Damit auch in der Tiefkühltruhe alles übersichtlich bleibt, empfiehlt es sich, jedes Lebensmittel mit Inhalt und Einfrierdatum zu beschriften. So werden ältere Vorräte zuerst verbraucht und nichts gerät in Vergessenheit.

Als Orientierung gilt bei einer Lagertemperatur von minus 18 Grad Celsius: 

  • Gemüse: 3 bis 12 Monate 

  • Obst: 9 bis 12 Monate 

  • Fleisch und Fisch: 3 bis 12 Monate  

  • Wurst: 1 bis 6 Monate  

  • Backwaren: 1 bis 3 Monate  

  • Milchprodukte: 2 bis 6 Monate  

  • Selbstgekochte Speisen: 1 bis 3 Monate  

Tiefgekühlter Spinat auf einer Holzplatte

Mehr über die richtige Lagerdauer tiefgekühlter Lebensmittel erfahren Sie im Artikel „Sind tiefgekühlte Lebensmittel wirklich unbegrenzt haltbar?“

Fall gelöst! 

Der Fall zeigt: Mit der richtigen Lagerung, etwas Überblick und einer guten Planung bleiben Lebensmittel länger frisch und können vollständig genutzt werden. So wird aus dem „Cold Case Kühlschrank“ ganz einfach ein gelöster Fall – gut für den Geldbörsel, wertvolle Ressourcen und unsere Umwelt. 

Die neuesten Beiträge

Wählen Sie Ihre Gemeinde

um von maßgeschneiderten Informationen rund um unsere Angebote in Ihrer Nähe zu profitieren.

Ihre Einstellung können Sie jederzeit wieder verändern.

Diese Gemeinde konnte nicht gefunden werden.